Ökotest entlarvt dicke Diätlügen

Irgendwie wissen wir das ja instinktiv: Schlankheitsmittelchen, die uns versprechen, dass wir in 4 Wochen 15 Kilo  verlieren können, lügen.  Das ist jetzt auch amtlich: Die Zeitschrift Ökotest hat für ihre Februarausgabe 47 Produkte getestet, von CM3 über Drogerie-Fett-Controll-Tabletten bis zu Formoline. Vom Appetitzügler über den Mahlzeitenersatz bis zum angeblichen  Fettverbrennungsturbo. 44 Produkte bekamen das Gesamturteil „ungenügend“ oder „mangelhaft“.

Am besten schnitten die Alli Hartkaspeln ab – mit dem Testurteil „befriedigend“. Sie sollen die Fettresorption vermindern. Auf gut Deutsch: Das Fett soll unverarbeitet einfach durch den Darm hinten wieder rausrutschen:-). Der Wirkstoff Orlistat hemmt die Spaltung von Fett im Dünndarm. Was wohl auch funktioniert, aber sehr unangenehme Nebenwirkungen haben kann, wie man sich bildhaft vorstellen kann (und wovon viele Nutzer im Internet berichten). Markus Lauss hat das in seinem Blog sehr anschaulich zusammen gefasst. Bei der Lektüre der Erfahrungsberichte kam mir der Verdacht, dass diese Pille mit einer guten Portion schwarzer Pädagogik funktioniert: Wer fettreich isst, bekommt richtig Probleme, wenn er nicht rechzeitig die nächstgelegenen sanitären Anlagen aufsucht. Da klappt’s dann auch mit der Ernährungsumstellung. Wenn ich aber sowieso kalorien- und fettreduziert essen soll, weil das sonst peinliche Folgen hat, dann brauch ich auch keine teure Pille mehr für’s Abnehmen.

Im Gesamtvergleich ganz gut kam auch noch Slim-Fast weg (Note „ausreichend“). Dieser Shake dient ja als Mahlzeitenersatz und kann – so Ökotest – zumindest den Einstieg ins Abnehmen erleichtern. Die Redakteure bemängeln aber den fehlenden Lerneffekt  – durchs Umrühren von SchokoVanilleErdbeershakes lernt man nicht, wie man sich langfristig gesund ernährt. Außerdem ist das ganze geschmacklich auf Dauer monoton. Deshalb wurde das Prinzip Mahlzeitenersatz von den Testern um zwei Noten abgewertet.

CM3 Alginat ist das dritte Produkt, das besser als mangelhaft bewertet wurde (ebenfalls mit „ausreichend„).  Dabei quellen kleine Schwämmchen im Magen auf und suggerieren ein Sättigungsgefühl. Das Prinzip: Gefüllter Magen – weniger Hunger – weniger Essen – weniger Kalorien – Gewichtsabnahme. Insgesamt scheinen die Studien hier aber nicht allzu überzeugend zu sein.

Was wohl gar nicht funktioniert sind diese ganzen angeblichen Wunderstoffe, die Fett verbrennen sollen. In einigen dieser Mittelchen fanden die Öko-Testlabors sogar Pestizide.

Also – es hilft alles nichts: Wer Fett verbrennen will, kommt um Sport und Muskelaufbau nicht herum. Und nur, wer ein Energiedefizit herstellt – also mehr Kalorien verbraucht als er zu sich nimmt – nimmt ab.

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