Archive for Februar, 2010

Ökotest entlarvt dicke Diätlügen

Mittwoch, Februar 3rd, 2010

Irgendwie wissen wir das ja instinktiv: Schlankheitsmittelchen, die uns versprechen, dass wir in 4 Wochen 15 Kilo  verlieren können, lügen.  Das ist jetzt auch amtlich: Die Zeitschrift Ökotest hat für ihre Februarausgabe 47 Produkte getestet, von CM3 über Drogerie-Fett-Controll-Tabletten bis zu Formoline. Vom Appetitzügler über den Mahlzeitenersatz bis zum angeblichen  Fettverbrennungsturbo. 44 Produkte bekamen das Gesamturteil „ungenügend“ oder „mangelhaft“.

Am besten schnitten die Alli Hartkaspeln ab – mit dem Testurteil „befriedigend“. Sie sollen die Fettresorption vermindern. Auf gut Deutsch: Das Fett soll unverarbeitet einfach durch den Darm hinten wieder rausrutschen:-). Der Wirkstoff Orlistat hemmt die Spaltung von Fett im Dünndarm. Was wohl auch funktioniert, aber sehr unangenehme Nebenwirkungen haben kann, wie man sich bildhaft vorstellen kann (und wovon viele Nutzer im Internet berichten). Markus Lauss hat das in seinem Blog sehr anschaulich zusammen gefasst. Bei der Lektüre der Erfahrungsberichte kam mir der Verdacht, dass diese Pille mit einer guten Portion schwarzer Pädagogik funktioniert: Wer fettreich isst, bekommt richtig Probleme, wenn er nicht rechzeitig die nächstgelegenen sanitären Anlagen aufsucht. Da klappt’s dann auch mit der Ernährungsumstellung. Wenn ich aber sowieso kalorien- und fettreduziert essen soll, weil das sonst peinliche Folgen hat, dann brauch ich auch keine teure Pille mehr für’s Abnehmen.

Im Gesamtvergleich ganz gut kam auch noch Slim-Fast weg (Note „ausreichend“). Dieser Shake dient ja als Mahlzeitenersatz und kann – so Ökotest – zumindest den Einstieg ins Abnehmen erleichtern. Die Redakteure bemängeln aber den fehlenden Lerneffekt  – durchs Umrühren von SchokoVanilleErdbeershakes lernt man nicht, wie man sich langfristig gesund ernährt. Außerdem ist das ganze geschmacklich auf Dauer monoton. Deshalb wurde das Prinzip Mahlzeitenersatz von den Testern um zwei Noten abgewertet.

CM3 Alginat ist das dritte Produkt, das besser als mangelhaft bewertet wurde (ebenfalls mit „ausreichend„).  Dabei quellen kleine Schwämmchen im Magen auf und suggerieren ein Sättigungsgefühl. Das Prinzip: Gefüllter Magen – weniger Hunger – weniger Essen – weniger Kalorien – Gewichtsabnahme. Insgesamt scheinen die Studien hier aber nicht allzu überzeugend zu sein.

Was wohl gar nicht funktioniert sind diese ganzen angeblichen Wunderstoffe, die Fett verbrennen sollen. In einigen dieser Mittelchen fanden die Öko-Testlabors sogar Pestizide.

Also – es hilft alles nichts: Wer Fett verbrennen will, kommt um Sport und Muskelaufbau nicht herum. Und nur, wer ein Energiedefizit herstellt – also mehr Kalorien verbraucht als er zu sich nimmt – nimmt ab.

106,9 … Von nun an ging’s bergab

Montag, Februar 1st, 2010

Ha, zwei Kilo in der ersten Woche. Das ist doch schon was. Und das mit (der modifizierten Anja-Spezial-Variante von) Schlank im Schlaf.

Schlank im Schlaf – das Prinzip

Bei Schlank im Schlaf handelt es sich um eine so genannte Insulin-Trennkost, die der Arzt Detlef Pape in Deutschland bekannt gemacht hat. Das Grundprinzip ist einfach: Geht man davon aus, dass die Fettverbrennung (das hässliche Fett in den Körperzellen ist gemeint) durch Insulinausschüttungen gebremst wird, heißt das Ziel, die Insulinausschüttungen gering zu halten. Schlank im Schlaf (von Anhängern auch kurz SIS genannt) meint, durch die Kombi von Kohlehydraten und tierischem Eiweiß wird der Insulinspiegel im Blut besonders in die Höhe getrieben. Deswegen werden selbige möglichst nicht zusammen gefuttert. Dabei zählen zu Kohlenhydraten vor allem die aus Stärke und (Frucht-)zucker. Morgens darf man selbige futtern, um in Schwung zu kommen. Denn Kohlenhydrate bringen schnell Energie (deswegen gibt es vor Marathonläufen die berühmten Nudelschlachten). Morgens gibt es also Brötchen, Brot, Marmelade, Nutella, Obst, Müsli, Saft etc. Mittags ist der Körper (und der Mensch) munter, es darf gegessen werden, was Kantine und Kühlschrank hergeben – also Eiweiß und Kohlenhydrate gemischt. Abends gibt es nur Eiweiß (Käse, Quark, Eier, Fleisch etc.), ergänzt durch Gemüse und Salat (obwohl das auch Kohlenhydrate sind, aber angeblich keine „bösen“, die den Insulinspiegel hochtreiben). Und weil der Insulinspiegel so hübsch niedrig bleibt, baut der Körper nun während des Schlafs verschärft fett ab und regeneriert mit Hilfe des Eiweiß die Körperzellen.

Zwischen den Mahlzeiten 5 Stunden Pause

Das klingt natürlich alles schicken. Ein bisschen Nahrungsmittel trennen und ansonsten futtern bis der Arzt kommt. Aber klar, so einfach ist es nicht. Auch diese Diät hat mehrere Haken – die aber nicht wirklich welche sind, wie ich finde. Der erste Haken: Es gibt genau drei Mahlzeiten am Tag – Frühstück, Mittagessen, Abendessen. Und zwischen diesen drei Mahlzeiten sollen mindestens 5 Stunden Pause liegen, damit der Insulinspiegel sinkt und die Fettverbrennung angeregt wird. Wenn einen der Hunger überfällt gibt’s kein Obst (wegen bösen Fruchtzuckerkohlenhydraten), sondern höchstens ein Ei oder eine Scheibe Käse oder Wurst. Haken Nr. 2: Auch bei dieser Diät sollte man nicht mehr als 1800 Kalorien zu sich nehmen. Und damit ist klar: Ein Wundermittel gibt es nicht. Wer abnehmen will, muss sich beschränken. Denn Insulinspiegel hin oder her, Fett wird nur verbrannt, wenn der Körper mehr Kalorien umsetzt, als er zu sich nimmt. Und nun der dritte und letzte Haken: Auch bei SIS wird Bewegung empfohlen. Tja, die funktionierende No-Sports-Diät ist eben auch noch nicht erfunden.

Die Anja-Variante von SIS

Das Erste, was ich für mich festgestellt habe: Sojamilch, egal ob im Müsli oder im Kaffee, geht gar nicht. Also halte ich mich morgens nicht exakt an die Vorgaben. Ich esse zwar überwiegend Kohlenhydrate, aber in den Kaffee und ins Müsli kommt fettarme Milch. Ansonsten bin ich aber tapfer und verzichte auf tierisches Eiweiß. Ich habe übrigens vorher entweder gar nicht oder sehr spät gefrühstückt. Morgens bloß Kaffee getrunken. Aber ich habe festgestellt, seit ich morgens regelmäßig gut frühstücke (ca. 500-700 Kalorien), bin ich vormittags viel fitter und halte bis zum Mittagessen die 5 Stunden durch. Mittags ist natürlich sowieso kein Problem, da ich da ja essen kann, was ich will – ich versuche auch hier, zwischen 500 und 700 Kalorien zu essen. Abends ist es ein bisschen schwierig, weil so Magenfüller wie Nudeln ja verboten sind. Aber es muss nicht immer Fleisch sein. Letztens hatten wir einen sehr leckeren Kürbisauflauf mit Käse überbacken. Aber grundsätzlich ist diese Diät nicht wirklich vegetarierfreundlich. Die fünf Stunden halte ich inzwischen übrigens gut durch. Die ersten zwei, drei Tage hat mir der Magen so nach vier Stunden heftig geknurrt, aber inzwischen haben wir uns geeinigt, mein Magen und ich. Sehr angenehm finde ich, dass ich mir zwischen den Mahlzeiten keine Gedanken übers Essen machen muss. Also nicht die Frage, die mich eine halbe Stunde beschäftigt: Lenke ich mich jetzt mit einem Häppchen vom Arbeiten ab und wenn ja, mit welchem? Ich merke erst jetzt, wie viel ich zwischendurch und ganz nebenbei gefuttert habe. Und ich glaube, das ist bei mir der entscheidende Punkt, der mir jetzt hilft abzunehmen. Und von einer Mahlzeit mit 500-700 Kalorien werde ich gut satt – und zwar auch ziemlich lange. Ein weiterer Effekt: Ich fühle mich abends nicht mehr so vollgestopft – geht mit Salat, Gemüse und magerem Fleisch einfach nicht.

Mit der Bewegung hapert’s noch

Das mit der Bewegung klappt bei mir noch nicht so toll. Vor allem wenn ich viel zu tun habe, so wie zurzeit. Da bewege ich  mich vom Schreibtisch zum Bücherregal zum Klo zum Schreibtisch – aber das war’s auch schon. Aber ich versuche, mindestens einmal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen, wenigstens eine halbe Stunde aufs Fahrrad, den Stepper oder das Laufband. Diese Woche habe ich es geschafft. Und dann noch hin und wieder den Hund durch den Wald jagen, das ist schließlich auch Bewegung.

Also alles in allem für mich eine ganz praktikable Sache. Ich werde berichten, wie es weitergeht.