Archive for Mai, 2010

Aus der Versenkung …

Freitag, Mai 28th, 2010

Ja, auch mich gibt’s noch – zu viel, wenn man’s genau nimmt, etwa 35 Kilo zu viel. Das heißt, ich habe nicht ab-, sondern zugenommen. Immerhin habe ich mein Gewicht von Anfang des Monats wieder. Aber bevor Barbara glaubt, sie betreibt den Blog alleine, sehe ich den Tatsachen ins Gesicht, stürze mich wieder in den Kampf – und berichte (auch wenn ich meine schwache Leistung lieber für mich behalten würde). Immerhin mache ich seit knapp einer Woche wieder SIS und habe 1 Kilo wieder runter.

(Ich merke, meinem Beitrag fehlt ein wenig der Esprit. Offenbar muss ich mich ans Bloggen ebenso wieder gewöhnen wie an die Diät :-) )

83,6

Donnerstag, Mai 27th, 2010

1,8 Kilo Verlust im Vergleich zur letzten Woche, mein WW-Coach war baff erfreut (ich auch). Allerdings habe ich sicher ein gutes Kilo dem Norovirus zu verdanken. In Anbetracht der äußerst unangenehmen Symptome habe ich jetzt doch auch das Recht, mich über die angenehmen Nebenwirkungen zu freuen, oder?:-)

Und ich habe brav Punkte gezählt. Auch als es hieß: 4 Zwieback – 4 Punkte, 1 Banane = O Punkte. Schließlich ist das eine Gewohnheit, die ich wieder einüben muss, auch wenn diesmal viele Punkte übrig waren am Ende des Tages. Ein Phänomen, das mir sonst fremd ist:-). (Wir haben in unsere WW-Runde tatsächlich 1-2 Frauen, die ernsthaft abends Käse und Schokolade essen müssen, weil sie sonst ihre Punkte nicht voll schaffen! Das Problem hatte ich noch nie! Ich gehöre eher zu denen, die unserem Coach an den Lippen hängen, wenn sie uns Tipps gibt, wie man aus einer Scheibe Scheiblettenkäse 10 Käse-Chips für 2 Punkte produziert…)

Zwiesprache mit meiner inneren Hedonistin

Freitag, Mai 21st, 2010

Still und heimlich schlichen sich in letzter Zeit Dinge ein, bei denen mir eigentlich schon im laufenden Betrieb klar war, dass das so nicht funktionieren kann: Unaufhaltsam wurde aus der Punktezählerin eine “Pi-mal-Daumen”-Schätzerin. Nicht genug damit, habe ich diese grob (und sicher oft genug sehr freundlich geschätzten) Punkte nicht dokumentiert. Ohne Dokumentation wusste ich aber abends nicht mehr, was ich eigentlich gegessen habe, und dann kam der nächste Fehler hinzu: Nämlich die “Jetzt-ist-es-auch-schon-Wurscht!”-Haltung. Da argumentiert meine innere Hedonistin so:

“Liebe Barbara! Du hast den Tag über keine Punkte gezählt. Jetzt bist du weit über deine erlaubte Punktzahl hinaus. Hm. Dumm gelaufen! Aber dein Weight Watchers-Coach hat doch gesagt: “Jeder Tag ist ein neuer Anfang!” Also, dann fängst du eben morgen wieder an. Und heute gönnst du dir noch einmal so richtig alles, was du in nächster Zeit kaum noch bekommst, weil das zu fett ist oder zu zuckerhaltig. Wär doch schade drum. Hmmmmm – riech mal an diesem Käse! Komm! Nur ein klitzekleines Stück als Belohnung. Und, du? Der Rioja, der würde ganz toll dazu passen. Koste mal…! Und morgen steigst du wieder voll ein….”

Ja, so redet meine innere Hedonistin mit mir:-)! Sie weiß genau, wie sie mich kriegt. Leider führte diese Kombination aus “Jeder Tag ist ein neuer Anfang!” und der “Jetzt-ist-es-auch-schon-Wurscht!”-Haltung dazu, dass ich jeden Tag diesen Dialog mit meiner inneren Hedonistin führte. Und meine innere Hedonistin jeden Tag gewann. Denn kurzfristig ist ihre Argumentation einfach zu verlockend.

Von Heide Liebmann habe ich gelernt, dass diese inneren Persönlichkeitsanteile, die uns Dinge tun lassen, die wir meist ganz doof finden, einem nix Böses wollen. Sie meinen es eigentlich gut mit uns und fühlen sich einfach nicht wertgeschätzt, obwohl sie im Hintergrund ja durchaus einen guten Job machen. Meine innere Hedonistin habe ich auch die ganze Zeit ganz polemisch meine Diät-Boykottiererin genannt. Das war nicht nett. Und stimmte ja auch nicht. Wenn ich mir genauer betrachte, warum sie so überzeugend ist, dann ja vor allem, weil sie mir kurzfristig etwas Gutes tun will:

  • Sie verschafft mir Genuss, den ich mir lange versagt habe.
  • Sie belohnt mich mit kulinarischen Erfreulichkeiten dafür, dass ich so einen stressigen Job habe und so viel arbeite.
  • Sie beruhigt mich mit Schokolade, wenn ich einen nervlichen Durchhänger habe.

Kurz: Sie verschafft mir kurzfristig Glücksmomente.

Leider hat sie eben nicht das große Ganze im Blick und übersieht dabei, dass sie mir langfristig eben doch nichts Gutes tut. Deshalb habe ich gestern meiner inneren Hedonistin gesagt:

Liebe Hedonistin! Ich schätze deinen Einsatz für mich in Sachen Glücklich sein sehr. Und ich werde mir da in Zukunft weniger streng alles verbieten (ich habe da noch eine ziemlich respekteinflößende Gouvernante zu bieten, die sehr nervig sein kann:-)). Aber: Wenn ich so weitermache, wiege ich bald wieder so viel, dass ich Schmerzen in den Knien bekommen. Das weißt du doch noch, das war wirklich richtig fies! Und schließlich: Ich habe sooo schöne Kleider in Größe 40/42 im Schrank. Findest du nicht auch, dass es ganz toll wäre, wenn wir die im Sommer wieder tragen könnten? Klasse Körpergefühl und tolles Outfit? Hm? Würden das unsere persönliche Sexyness nicht ganz extrem steigern? (dazu nickt eine dritte Frau, die irgendetwas Hautenges in ROT trägt, ganz heftig mit dem Kopf – es wird eng auf meiner Couch, sag ich nur!:-D)

Liebe Hedonistin: Was meinst du? Wollen wir uns mal gemeinsam was ausdenken, wie Belohnung und Glücklich sein auch ohne Essen funktionieren kann?”

Habt ihr’s gemerkt? Automatisch habe ich mit ihr wie mit einem kleinen Kind gesprochen – und ich glaube, meine kleine Hedonistin ist so stark, weil sie viele kindliche Anteile von mir gerettet hat. Und die Gouvernante ist als Gegenpart einfach die totale Spaßbremse, genauso schlimm wie Frau Rottenmeier, findet die Hedonistin.:-) Aber sie hat eben auch vernünftige Argumente und den Weitblick – und weiß deshalb oft besser als die Hedonistin, was langfristig gut und richtig ist.

Ich habe mir vorgenommen, mit den beiden öfter mal ein Mediationsgespräch zu führen.  Bei einer Portion Weight Watchers-Chips oder so:-).

P.s. Seit gestern zähle und dokumentiere ich wieder meine ProPoints! Endlich!

Stillstand auf der Waage, aber nicht im Kopf

Freitag, Mai 14th, 2010

Die letzten Wochen war ich nicht beim Weightwatchers-Treffen – gestern fiel es dem Vatertag zum Opfer und die Woche vorher war ich im Wendland auf dem wunderbaren Textinentreffen. Das Essen in der Proitzer Mühle ist immer gigantisch: richtig gute Küche, ganz bodenständig, 100% bio. So, wie es sich gehört! Die Möhren schmecken ganz intensiv nach Möhren – süß, saftig, aromatisch, und die Königsberger Klopse waren so lecker, dass ich 5 Stück davon verdrückt habe (und die waren nicht klein:-)). Das Wiegeergebnis fiel danach entsprechend verhalten aus.

Aber wir fahren nicht jedes Jahr ins Wendland, weil das Essen so toll ist (was durchaus ein guter Grund wäre), sondern um unser Wissen zu teilen, uns gegenseitig zu stärken und um Spaß zu haben! Jeden Tag bieten wir uns auf Gegenseitigkeit bis zu 15 Workshops an: Von Kreativtechniken über Nischen finden, Kommunikationskonzepte schreiben, writing to learn-Techniken (moi) bis zu Erfolgsblockaden angehen. Ja, und in dem absolut genialen Erfolgsblockaden-Workshop von Heide Liebmann habe ich einige wirklich spannende Aha-Erlebnisse gehabt. Über die blogge ich die nächsten Tage, ich wollte nur kurz vermelden: Ich wiege leider nicht weniger, habe aber jetzt eine viel größere Gelassenheit gegenüber meinen vermeintlichen Schwächen. Das fühlt sich verdammt gut an – und heißt nicht, dass ich meine Kleidergröße 40/42 aus den Augen verliere, aber eine gesündere Haltung einnehme, wenn es mal nicht so läuft. Und das ist verdammt viel wert! Mehr dazu aber erst demnächst, denn meine To-do-Liste quillt über…

Tja, nun muss ich es wohl zugeben:

Samstag, Mai 1st, 2010

Ich habe zugenommen, seufz. Zwar nur ein gutes Kilo (aktuelles Gewicht 104,6), aber der Plan war ein anderer.

Selbstbetrug und Verzögerungstaktiken

Mal eine gute Gelegenheit, sich über so nette Abwehr- und Vermeidungsstrategien wie Selbstbetrug und Hinauszögern Gedanken zu machen. Denn der Grund, warum ich so lange nicht gebloggt habe, war: Ich dachte, verdammt, das blöde Kilo muss doch runtergehen. Ging es aber nicht. Nach Ostern bin ich einfach nicht mehr in die SIS-Diät reingekommen. Einladungen, Frust, keinen Plan fürs Essen – Gründe gab es reichlich. Eigentlich kein Problem, hätte ich der Realität in ihre moppelige Fratze geblickt und einen neuen Anlauf genommen. Aber mir war es peinlich, wie inkonsequent und disziplinlos ich war – vor mir selbst und vor dem Rest der Welt. Also habe ich mir eingeredet: nur ein paar Tage weniger essen, dann hast du das Kilo wieder runter und keiner hat gemerkt, dass es überhaupt mal drauf war. Hat natürlich nicht geklappt. Das heißt, hat schon geklappt. Und hätte ich danach mit der Diät weitergemacht, hätte es auch niemand gemerkt. Aber ein paar Tage später war das Kilo wieder da. Schwupps. Und wieder: keiner sieht’s, keiner merkt’s, wenn ich bloß ein paar Tage weniger esse. Uswusf. Die Tage weniger essen waren aber eben keine Diät, sondern einfach fdh. Und das ist frustrierend und führt zu anschließendem Mehressen …

Keine Vorwürfe, sondern neu anfangen

Ich war natürlich frustriert über dieses Auf und Ab. Hoffte ein bisschen auf ein Wunder – vielleicht war’s ja nur Wasser und ist morgen wieder weg; vielleicht fang ich automatisch wieder mit SIS an, einfach weil mein Körper das will (haha, lustiger Gedanke, mein Körper will aber meistens was anderes als kontrolliert essen); usw. Gleichzeitig war ich zerfressen von schlechtem Gewissen, weil ich nicht auf das Essen achte, weil ich nicht mehr blogge und überhaupt, weil ich mich mal wieder vergeblichen Hoffnungen hingebe. Als dieses ganze Theater kein Ende zu nehmen schien (und Barbara mal fragte, warum ich denn im Moment nicht blogge :-) ), habe ich mir gesagt: Jetzt reicht’s, fang einfach neu an.

Und das genau ist das Beste, was ich tun kann nach so einer Frust-Fress-Kilo-rauf-und-runter-Phase: einen Schnitt machen, alle Selbstgeißelungen und Vorwürfe vergessen (oder wenn’s sein muss brutal verdrängen) und einfach neu anfangen. Und genau das habe ich heute gemacht.

Aller Anfang ist schwer, auch der Neuanfang

Es fällt mir wieder so schwer wie am ersten Tag, morgens nur Kohlehydrate, mittags gemischt und abends nur Eiweiß und Gemüse – und dazwischen 5 Stunden Pause. Aber ich weiß ja, dass es besser wird und irgendwann die 5 Stunden Pause kein Problem mehr sind. Und damit ich aus Langeweile und Planlosigkeit im Laufe der nächsten Woche nicht wieder ins Durcheinanderfuttern verfalle, mache ich morgen einen Essensplan für die nächste Woche. Ich werde dann berichten, wie es läuft.