Tja, nun muss ich es wohl zugeben:

Ich habe zugenommen, seufz. Zwar nur ein gutes Kilo (aktuelles Gewicht 104,6), aber der Plan war ein anderer.

Selbstbetrug und Verzögerungstaktiken

Mal eine gute Gelegenheit, sich über so nette Abwehr- und Vermeidungsstrategien wie Selbstbetrug und Hinauszögern Gedanken zu machen. Denn der Grund, warum ich so lange nicht gebloggt habe, war: Ich dachte, verdammt, das blöde Kilo muss doch runtergehen. Ging es aber nicht. Nach Ostern bin ich einfach nicht mehr in die SIS-Diät reingekommen. Einladungen, Frust, keinen Plan fürs Essen – Gründe gab es reichlich. Eigentlich kein Problem, hätte ich der Realität in ihre moppelige Fratze geblickt und einen neuen Anlauf genommen. Aber mir war es peinlich, wie inkonsequent und disziplinlos ich war – vor mir selbst und vor dem Rest der Welt. Also habe ich mir eingeredet: nur ein paar Tage weniger essen, dann hast du das Kilo wieder runter und keiner hat gemerkt, dass es überhaupt mal drauf war. Hat natürlich nicht geklappt. Das heißt, hat schon geklappt. Und hätte ich danach mit der Diät weitergemacht, hätte es auch niemand gemerkt. Aber ein paar Tage später war das Kilo wieder da. Schwupps. Und wieder: keiner sieht’s, keiner merkt’s, wenn ich bloß ein paar Tage weniger esse. Uswusf. Die Tage weniger essen waren aber eben keine Diät, sondern einfach fdh. Und das ist frustrierend und führt zu anschließendem Mehressen …

Keine Vorwürfe, sondern neu anfangen

Ich war natürlich frustriert über dieses Auf und Ab. Hoffte ein bisschen auf ein Wunder – vielleicht war’s ja nur Wasser und ist morgen wieder weg; vielleicht fang ich automatisch wieder mit SIS an, einfach weil mein Körper das will (haha, lustiger Gedanke, mein Körper will aber meistens was anderes als kontrolliert essen); usw. Gleichzeitig war ich zerfressen von schlechtem Gewissen, weil ich nicht auf das Essen achte, weil ich nicht mehr blogge und überhaupt, weil ich mich mal wieder vergeblichen Hoffnungen hingebe. Als dieses ganze Theater kein Ende zu nehmen schien (und Barbara mal fragte, warum ich denn im Moment nicht blogge 🙂 ), habe ich mir gesagt: Jetzt reicht’s, fang einfach neu an.

Und das genau ist das Beste, was ich tun kann nach so einer Frust-Fress-Kilo-rauf-und-runter-Phase: einen Schnitt machen, alle Selbstgeißelungen und Vorwürfe vergessen (oder wenn’s sein muss brutal verdrängen) und einfach neu anfangen. Und genau das habe ich heute gemacht.

Aller Anfang ist schwer, auch der Neuanfang

Es fällt mir wieder so schwer wie am ersten Tag, morgens nur Kohlehydrate, mittags gemischt und abends nur Eiweiß und Gemüse – und dazwischen 5 Stunden Pause. Aber ich weiß ja, dass es besser wird und irgendwann die 5 Stunden Pause kein Problem mehr sind. Und damit ich aus Langeweile und Planlosigkeit im Laufe der nächsten Woche nicht wieder ins Durcheinanderfuttern verfalle, mache ich morgen einen Essensplan für die nächste Woche. Ich werde dann berichten, wie es läuft.

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