Frauen spinnen eben doch

Frauen haben eine tiefsitzende Gewichtsangst, selbst wenn sie Normalgewicht haben und völlig frei von Essstörungen sind. Das entdeckten Forscher der Brigham Young University zufällig auf der Suche nach gesunden Probandinnen als Vergleichsgruppe für Patientinnen mit Anorexi und Bulimie. Als die Forscher den gesunden Frauen Bilder von stark übergewichtigen Frauen zeigten, begann es in den Bereichen des Gehirns zu brodeln, die für Identität und Selbstreflexion zuständig sind. Männer ließen entsprechend Fotos übrigens kalt. (gelesen in der neuen Psychologie heute vom August 2010, S. 64)

Damit ist auch geklärt, warum selbst superschlanke Frauen ständig an ihrer Figur rummäkeln, während sie an einem einsamen Salatblatt ohne Dressing mümmeln.

(Interessantes, wenn hier wohl nicht relevantes Detail am Rande: Die Brigham Young University ist eine konfessionelle Universität im Besitz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. An der Uni hat Stephenie Meyer studiert, die „Biss“-Autorin, sagt Wikipedia.)

2 Responses to “Frauen spinnen eben doch”

  1. Katharina sagt:

    Ich muss sagen, als ich mein Traumgewicht erreicht hatte (57 kg), war ich doch enttäuscht, wie viel Fett noch an mir rumschlabberte – ich dachte, ich sei dann superschlank; Pustekuchen, ich hatte einfach nicht genug Muskeln und darum konnte ich auch mit 57 kg nicht absolut zufrieden sein. 🙁
    Wer weiß, was diese superschlanken Frauen für Problemzonen haben, die man nur nicht sieht…

    PS: Falls Dich die Mormonen interessieren: Jon Krakauer hat ein Buch über ihre Extremisten geschrieben, das auch viel Itneressantes über diese Glaubensrichtung beinhaltet: „Mord im Auftrag Gottes. Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus“

  2. barbara sagt:

    Ich denke, das Thema hat mehrere Ebenen. Ganz profan betrachtet stimme ich dir zu: Schlank oder dünn sein heißt nicht automatisch eine gute Figur zu haben!:-)

    Das hängt aus meiner Sicht (und für mein ästhetisches Empfinden) nicht allein an der Muskelmasse, sondern auch an den Proportionen. Die sind genetisch vorgegeben und ab einem bestimmten gewünschten Perfektionslevel nur mit dem Chirurgenmesser beizukommen:-).

    Hinzukommt das Alter. Der Körper verändert sich. Ganz allgemein kann man schon feststellen: Alt werden heißt schlaffer werden! Es ist ein Fakt: Wir gammeln langsam ins Alter hinein;-). Ich bin oft genug in Fitnessstudio-Duschen gewesen, um das feststellen zu können:-). (Hinzukommen eventuell Schwangerschaft und die Stillzeit. Der Körper verändert sich unwiderruflich). Andererseits finde ich sehr durchtrainierte, ältere Frauen (wie Madonna z.B., aber ich erinnere mich auch noch an meine Spinning-Trainerin, die schon auf die 50 zu ging, aber super durchtrainiert war) haben vielleicht nicht die sonst üblichen Fettpölsterchen der 40+-Frauen, sehen aber auch nicht wirklich attraktiver aus. Sie bezahlen das Fatburning mit einem wenig weiblichen, und wenig schönen, dafür sehr sehnigen Körper. Für mein persönliches Empfinden zumindest. Ich finde weibliche Rundungen (und die entstehen nicht durch massenhafte Muskelmasse:-)) nämlich durchaus schön.:-)

    (womit ich nicht sagen will, dass man nicht trainieren soll, das hilft ja schon gegen unliebsamen Schwabbel, aber irgendwann sieht’s halt leider nur noch mager-sehnig aus und nicht mehr weiblich-schlank-schön.)

    Damit komme ich zum weniger profanen Teil: Bei der Studie spielt sicher auch das von klein an eingeimpfte Schönheitsideal eine Rolle. Das schlechtere Selbstbewusstsein. Das sich Definieren über ein Äußeres, das stark von außen genormt ist. Nicht selbstbestimmt. Leider. (da bin ich ja auch nicht frei von…) Wer Idealgewicht hat und sich immer noch für fett hält und überall Schwabbel sieht, ist nicht fett, aber hat – glaube ich – ein ganz offensichtlich viel zu kritischen Blick auf sich selbst, der auch nicht die Realität abbildet. Warum auch immer. Weibliche Rundungen sind ja nicht nur lästige Fettpölsterchen – wir sind eben Frauen und keine Männer:-).

    Mit Attraktivität hat Gewicht für mich sowieso recht wenig zu tun – da ist wirklich Persönlichkeit ganz entscheidend.

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