Archive for April, 2011

Es hilft ja alles nix.

Mittwoch, April 27th, 2011

Gestern hab ich mich wieder bei Weightwatchers online angemeldet. Die gute Nachricht: Motivationstechnisch hat mir die Zählpause richtig gut getan, und nach der Schokoladeneiervöllerei der Feiertage hatte ich jetzt einen richtigen guten Start. Will sagen: Es fällt mir nicht schwer, wieder Punkte zu zählen. Nachdem ich ja Ende 2010 so vollkommen die Nase voll hatte von der Pointsbuchhaltung, finde ich es gerade völlig ok. Kein innerer Widerwille. Uff. Es hat (mal wieder) „Klick“ gemacht. Ohne „Klick“ geht’s nicht – und aus meiner Erfahrung heraus kann man diesen inneren Klick auch nicht erzwingen.

Tja. War auch nötig, dass der Klick kommt. Wochenlang hielt ich nach einer ersten Zunahme von ca. 3 Kilo leidlich mein Gewicht, aber nach Konferenz (selbst gebackener Kuchen galore!), Urlaub und Ostern hatte ich jetzt so zugelegt, dass ich das große, innere Bedürfnis nach einer Notbremse hatte:-). Bei WW weiß ich, wie’s geht. Ich habe jetzt ein Online-Abo für drei Monate und hoffe in dieser Zeit mein Anfangs-Jahresgewicht von something about 81 wieder zu erlangen. Danach will ich erneut versuchen, mein Gewicht einfach „nur“ zu halten. Hat ja bis jetzt alles andere als gut geklappt. 🙁

Was weiterhin gut klappt ist mein Bewegungsziel für 2011: Mindestens 2-3 Mal die Woche tue ich was. Sportstudio, Tanzen oder so.

Das Glückliche-Tiere-Diät-Dilemma

Sonntag, April 17th, 2011

Nun faste ich ja schon eine ganze Weile, esse also unter anderem kein totes Tier … aber Käse, Eier, Milch (na gut, die trinke ich, die esse ich nicht). Und damit wir Käse und Milch haben, müssen Kühe Kälbchen bekommen, die dann geschlachtet werden, weil was soll der Bauer mit so viel Rindviechern (bei Ziegen und Schafen ist das übrigens ganz genauso: kein Nachwuchs für die Schlachtbank, keine Milch, kein Käse). Zwar haben Marion und ich schon lange auf überwiegend Bio umgestellt, nicht nur beim Grünfutter, sondern auch beim Fleisch, beim Käse, bei der Milch … aber aus Faulheit oder auch manchmal (notwendiger) Sparsamkeit und dem Unwillen, auf ein Stück Fleisch zu verzichten, doch konventionelle Produkte gekauft.

Aber nun las ich einen Artikel über Jonathan Safran Foers Buch „Tiere essen“ im Handelsblatt. Da war ich erst mal ziemlich froh, dass ich grad kein Fleisch esse. Und ich nahm mir fest vor, wenn schon nicht vegan (und das will ich nicht … ja, ja, der Geist ist willig, aber das Fleisch – in diesem Falle meines – ist schwach), dann wenigstens so ethisch in Ordnung wie möglich. Also wirklich nur noch bio, bio, bio bei tierischen Produkten. Und damit geriet ich in das Glückliche-Tiere-Diät-Dilemma: es gibt so gut wie keine fettarmen Bio-Käse. Biojoghurt gibt’s inzwischen mit 0,1-0,3 Prozent Fett, fettarme Bio-Milch gibt’s eh schon lange, aber bei Bio-Käse gelten schon 45 Prozent i. Tr. als total mager. Ein anständiger Biokäse hat mindestens 50 Prozent (und schmeckt entsprechend lecker 😉 )

Was tun? Zunächst habe ich hin und wieder doch mit reichlich schlechtem Gewissen konventionellen fettarmen Käse gekauft. Aber zum einen war da eben der Gedanken an Tiere, die noch halb bei Bewusstsein in ihre Einzelteile zersägt werden, der mir den Appetit nahm, und zum anderen schmecken die meisten fettarmen Käse ziemlich langweilig. Und dann besann ich mich eines hübschen Haushaltsgeräts, das ich mir vor langem angeschafft, aber so gut wie nie benutzt hatte (ein Schicksal, das wohl viele Haushaltsgeräte teilen …): Der Käsehobel. Ich kaufte also (unglaublich leckeren) 50-%-Käse im Bioladen und hobelte ihn in ganz dünnen Streifen auf mein Brot. Und siehe da: es war grad mal ein schlapper Punkt mehr, aber für mindestens 100 Punkte mehr Geschmack – ganz zu schweigen von dem blütenreinen Gewissen, das ich hatte. Seitdem kommt mir kein konventioneller Käse mehr in den Kühlschrank …

Was ich mache, wenn ich essen gehe oder eingeladen bin, das habe ich noch nicht entschieden … bloß das fantastische Steakhaus, das Marion und ich vor dem Fasten (und vor dem Lesen des Artikels) entdeckt hatten, habe ich wieder von der Liste meiner Lieblingsrestaurants gestrichen.