Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

Das Glückliche-Tiere-Diät-Dilemma

Sonntag, April 17th, 2011

Nun faste ich ja schon eine ganze Weile, esse also unter anderem kein totes Tier … aber Käse, Eier, Milch (na gut, die trinke ich, die esse ich nicht). Und damit wir Käse und Milch haben, müssen Kühe Kälbchen bekommen, die dann geschlachtet werden, weil was soll der Bauer mit so viel Rindviechern (bei Ziegen und Schafen ist das übrigens ganz genauso: kein Nachwuchs für die Schlachtbank, keine Milch, kein Käse). Zwar haben Marion und ich schon lange auf überwiegend Bio umgestellt, nicht nur beim Grünfutter, sondern auch beim Fleisch, beim Käse, bei der Milch … aber aus Faulheit oder auch manchmal (notwendiger) Sparsamkeit und dem Unwillen, auf ein Stück Fleisch zu verzichten, doch konventionelle Produkte gekauft.

Aber nun las ich einen Artikel über Jonathan Safran Foers Buch “Tiere essen” im Handelsblatt. Da war ich erst mal ziemlich froh, dass ich grad kein Fleisch esse. Und ich nahm mir fest vor, wenn schon nicht vegan (und das will ich nicht … ja, ja, der Geist ist willig, aber das Fleisch – in diesem Falle meines – ist schwach), dann wenigstens so ethisch in Ordnung wie möglich. Also wirklich nur noch bio, bio, bio bei tierischen Produkten. Und damit geriet ich in das Glückliche-Tiere-Diät-Dilemma: es gibt so gut wie keine fettarmen Bio-Käse. Biojoghurt gibt’s inzwischen mit 0,1-0,3 Prozent Fett, fettarme Bio-Milch gibt’s eh schon lange, aber bei Bio-Käse gelten schon 45 Prozent i. Tr. als total mager. Ein anständiger Biokäse hat mindestens 50 Prozent (und schmeckt entsprechend lecker ;-) )

Was tun? Zunächst habe ich hin und wieder doch mit reichlich schlechtem Gewissen konventionellen fettarmen Käse gekauft. Aber zum einen war da eben der Gedanken an Tiere, die noch halb bei Bewusstsein in ihre Einzelteile zersägt werden, der mir den Appetit nahm, und zum anderen schmecken die meisten fettarmen Käse ziemlich langweilig. Und dann besann ich mich eines hübschen Haushaltsgeräts, das ich mir vor langem angeschafft, aber so gut wie nie benutzt hatte (ein Schicksal, das wohl viele Haushaltsgeräte teilen …): Der Käsehobel. Ich kaufte also (unglaublich leckeren) 50-%-Käse im Bioladen und hobelte ihn in ganz dünnen Streifen auf mein Brot. Und siehe da: es war grad mal ein schlapper Punkt mehr, aber für mindestens 100 Punkte mehr Geschmack – ganz zu schweigen von dem blütenreinen Gewissen, das ich hatte. Seitdem kommt mir kein konventioneller Käse mehr in den Kühlschrank …

Was ich mache, wenn ich essen gehe oder eingeladen bin, das habe ich noch nicht entschieden … bloß das fantastische Steakhaus, das Marion und ich vor dem Fasten (und vor dem Lesen des Artikels) entdeckt hatten, habe ich wieder von der Liste meiner Lieblingsrestaurants gestrichen.

Höflichkeit ist aller Pfunde Anfang

Freitag, Dezember 24th, 2010

… vor allem in der Weihnachtszeit, wenn man alle naselang eingeladen ist. Aus Höflichkeit ein Stückchen Kuchen nehmen, den Teller leer essen, die selbstgebackenen Kekse probieren, die geschenkten Dominosteine nicht weiterverschenken oder gar (was für ein Frevel!) in den Müll werfen, sondern selbst futtern. Und so summiert sich ein Pünktchen zum nächsten, ein Pfündchen folgten dem vorigen.

Ich übe mich jetzt im Neinsagen. Denn wenn ich mal genau hinsehe und -fühle, geht es mir nach dem zweiten Stück Kuchen nicht gut. Der leer gegessene Teller macht mich nicht mal vorübergehend glücklich, sondern wenn ich – wie unlängst – versuche, die zweite Portion, die ich mir hab geben lassen, weil es so lecker war, auch aufzuessen – eben aus Höflichkeit -, obwohl ich bereits nach dem zweiten Bissen bemerkt habe, dass ich pappensatt bin, dann geht es mir schlecht, und das teilweise im wörtlichen Sinne. Ich hab die Hälfte liegenlassen. Die Gastgeberin war zunächst irritiert und packte mir dann ein Doggy-bag. Marion hat sich am nächsten Morgen mit großem Appetit darüber hergemacht (kalter Hase :-) ) – und mir blieben die völlig überflüssigen Punkte erspart.

Ein doppeltes *Örgs*: Fast Food-Müll

Dienstag, Oktober 26th, 2010

Fast Food ist einfach Müll. Fast Food wird wie Müll produziert und produziert selbst Müll. Was soll ich sagen?

Die amerikanische Fotografin Sally Davies hat ihr McDonalds Happy Meal Project bei Flickr eingestellt. Gruselig. Der Burger sieht auch nach Monaten aus wie neu. Kein Schimmel. Er scheint langsam zu mumifizieren. Danke dafür. Ich hab zwar Super Size Me gesehen, hatte das aber schon alles wieder brav verdrängt. (Wobei ich wirklich nicht oft zu McDoof gehe. Labberige Brötchen mit warmen Gurken haben mein Herz noch nie so recht erfreuen können. Allerdings liebt meine (superschlanke) Tochter Chicken McNuggets über alles.  (Und natürlich die blöden Spielzeuge in den Happy Meals.)

Apropos Placebo-Essen. Sehr spannend auch das brandneue Buch Pizza Globale des österreichischen Journalisten Paul Trummer. Ich habe es noch nicht gelesen, aber in Titel Thesen Temperamente wurde am Sonntag ausführlich darüber berichtet (das Lesen hole ich nach, klingt wirklich nach einem sehr spannenden Buch!).

Aus dem Pressetext:
Wie wird unsere Nahrung heute hergestellt? Dieser Frage ist der Wirtschaftsjournalist Paul Trummer nachgegangen und hat die Entstehung einer Tiefkühlpizza genauer unter die Lupe
genommen. In seinem Buch „Pizza Globale“ (Econ Verlag) beschreibt er, welche Folgen die industrielle Fertigung moderner Nahrung für Mensch, Tier und Umwelt hat und welche
politischen Entscheidungen dahinter stecken.

Es geht um Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt – und natürlich auch um Übergewicht. Und um Essen, das seinen Namen nicht verdient: Der Teig aus superschnell wachsendem Hyperweizen. Die Tomaten gepflückt von Quasi-Sklavenarbeitern in Italien. Der Belag aus Pseudoschinken und Pseudokäse, der alles enthält außer Milch. Das alles legen ratternde Maschinen auf “Rundlinge”, wie Vincent Klink, der schwäbische Spitzenkoch, die TK-Pizzen nannte. Denn den Namen Pizza verdienen diese Dinger leider nicht. Was soll ich sagen? Ich hab auch ne Ofenfrische in der Kühltruhe. Und Pizza-Baguette.  Aber ich hab auch immer noch gut 10 Kilo Übergewicht. Nicht, dass ich dem Fast Food die Schuld gebe. Aber eins ist klar: Beim vorgefertigten Essen habe ich keinerlei Kontrolle darüber, was ich gerade esse. Industriell optimierte Nahrungsmittel müssen lange haltbar sein und jedem in jeder Lebenslage irgendwie schmecken. Das erreicht man mit Konservierungsstoffen, Aromen und Geschmacksverstärkern (und Fett).

Vielleicht sollte ich einfach die Weight Watchers Weight Watchers sein lassen und wirklich mal versuchen, mich einfach ausgewogen und halbwegs gesund zu ernähren? Ich schaffe es sowieso seit Monaten nicht, wieder in den Punktezähl-Plan zu kommen. Irgendwie habe ich nur immer das Gefühl, dass das zum Fulltime-Job ausartet: Bewusst regional einkaufen heißt viel planen, und das Zubereiten dauert eben auch…. Aber wieder mehr selbst kochen kann definitiv nicht schaden. Also dann…

Wie kann man sein Gewicht eigentlich halten?

Freitag, Juli 23rd, 2010

Nicht, dass ich schon so weit wäre an das Halten zu Denken:-)) – aber wenn ich mal soweit bin, haben Forscher mit dem  Deutschen Gewichtskontrollregister (DGKR) hoffentlich herausgefunden, wie das geht. Mit dem Register will man Licht ins Dunkle bringen will: Warum schaffen es manche, ihr Gewicht zuhalten, aber sehr viel nicht? Welche Einflussfaktoren gibt es gegen den Jojo-Effekt? Wer mindestens ein Jahr einen Gewichtsverlust von mindestens 10% halten konnte, kann noch an der Studie teilnehmen, mehr Infos: http://www.gewicht-halten.de.

Frauen spinnen eben doch

Mittwoch, Juli 21st, 2010

Frauen haben eine tiefsitzende Gewichtsangst, selbst wenn sie Normalgewicht haben und völlig frei von Essstörungen sind. Das entdeckten Forscher der Brigham Young University zufällig auf der Suche nach gesunden Probandinnen als Vergleichsgruppe für Patientinnen mit Anorexi und Bulimie. Als die Forscher den gesunden Frauen Bilder von stark übergewichtigen Frauen zeigten, begann es in den Bereichen des Gehirns zu brodeln, die für Identität und Selbstreflexion zuständig sind. Männer ließen entsprechend Fotos übrigens kalt. (gelesen in der neuen Psychologie heute vom August 2010, S. 64)

Damit ist auch geklärt, warum selbst superschlanke Frauen ständig an ihrer Figur rummäkeln, während sie an einem einsamen Salatblatt ohne Dressing mümmeln.

(Interessantes, wenn hier wohl nicht relevantes Detail am Rande: Die Brigham Young University ist eine konfessionelle Universität im Besitz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. An der Uni hat Stephenie Meyer studiert, die “Biss”-Autorin, sagt Wikipedia.)

Stimmt doch: Schnell essen macht dick

Samstag, März 27th, 2010

Die Griechen haben zwar eine Menge Probleme mit dem Staatshaushalt, aber forschen tun sie trotzdem. Und dabei haben sie herausgefunden, dass langsam essen deutlich satter macht – im Umkehrschluss: schnell essen macht nicht so satt, deswegen besteht die Gefahr, dass man mehr isst. Gewusst haben wir das natürlich alle schon, aber im Stillen gehofft, dass es nicht stimmt. Aber nun können wir das alles nachlesen, unter anderem in der Zeit online: “Stimmt’s? Macht schnelles Essen dick?”

Buchmessenbilanz

Mittwoch, März 24th, 2010

Also rein gewichtsmäßig hat die Buchmesse nix gebracht: vorher 104,7, nachher 104,7. Literarisch sieht das natürlich ganz anders aus: Jede Menge Buchbeute habe ich gemacht und tatsächlich das ein oder andere bislang Unbekannte entdeckt. Außerdem war die Lesung der Mörderischen Schwestern, bei der ich auch lesen durfte, klasse – die Schlange vor dem Theater war so lang, dass wir beinahe nicht reinkamen und zweidrittel der Interessierten nach Hause geschickt werden mussten. Und ganz nebenbei habe ich festgestellt, dass Leipzig eine interessante Stadt ist, die ich sicherlich auch mal außerhalb der Buchmesse besuchen werde.

Fastenzeit

Mittwoch, Februar 17th, 2010

Am Aschermittwoch ist alles vorbei … als ich noch in der Voreifel lebte, habe ich den Aschermittwoch herbeigesehnt, denn ich bin bekennender Karnevalsmuffel. Deshalb (u. a.) trieb es mich auch zum Studieren und Leben nach Berlin – keine Jecken weit und breit. Damit hatte der Aschermittwoch seine Bedeutung verloren – als Tag der Erlösung vom pappnasigen, alkoholseligen, schunkelnden Kamellegrauen. Aber dann habe ich die Fastenzeit entdeckt … eine feste Zeit im Jahr, in der ich mit (schlechten) Gewohnheiten breche, mal aus dem bequemen Trott ausschere. Klar, könnte ich das jederzeit tun, aber ich finde so einen Rahmen ganz praktisch. Und ein Ende ist absehbar: wenn der Osterhase hoppelt, ist alles vorbei :-)

In der Fastenzeit vermeide ich all die liebgewordenen, aber überflüssigen, teils auch schädlichen Gewohnheiten – über die ich mich auch oft genug ärgere: zum Beispiel das Spielen am Computer – ob nun Sims oder Solitaire, beides lenkt schön ab, frisst aber auch eine Menge Zeit; oder das vor dem Fernseher Rumhängen. Und dann natürlich auch Essen: In der Fastenzeit gibt’s keine Süßigkeiten, keinen Kuchen, kein Fleisch und keinen Alkohol. Und das hat hoffentlich nicht nur Auswirkungen auf meine Gesundheit, sondern auch auf mein Gewicht.

Einziges Manko: Die abendliche SIS-Abendmahlzeit, bei der es nur Eiweißhaltiges und Gemüse geben darf, wird als vegetarische Variante eine Herausforderung!

Blogger spenden für Haiti

Montag, Januar 18th, 2010

Judith Burger hat mich im texttreff darauf aufmerksam gemacht – und eine tolle Spendenaktion in ihrem Blog verlinkt: Der Spreeblick hat die Spendenaktion Rettungsanker Haiti ins Leben gerufen. Und schon bald das schnell geknackte Ziel von 5.000 Euro auf 25.000 Euro erhöht. Als ich eben nachschaute, war der Spendenstand bei 18.725 Euro. Das müsste doch mit vereinten Kräften zu schaffen sein!

Ich fühl mich gar nicht so lebensmittig

Sonntag, Dezember 27th, 2009

Schon komisch. Morgen werde ich 40. 40. Hm. Fühlt sich schon merkwürdig an, diese Zahl. Im Kopf passt sie noch gar nicht. Ich fühle mich viel jünger als sich 40 anhört. Irgendwie mehr wie 32 oder 33:-). Und ich finde, ich sehe auch noch nicht wie 40 aus. Zumindest nicht jeden Tag *gg*. Ob ich wohl mit 50 an meinem Wohlfühlgewicht dauerhaft angekommen sein werde? Ich befürchte ja, dass das Thema Waagenwagnisse eines meiner Lebensthemen bleiben wird. Ich hoffe nur, dass ich das Auf und Ab mit der Zeit in einem akzeptablen Rahmen hält und sich ca. gut 10 Kilo unter dem momentanen Gewicht abspielen wird. Denn dieses Jahr stand echt unter keinem guten Stern was den Trend auf der Waage anging. Für das neue Lebensjahr wünsche ich mir auf jeden Fall – neben vielen anderen Dingen – eine Kehrtwende, Endlich wieder dauerhafte Motivation und Durchhaltewillen. Dieses Jahr war das längstensfalls 2-3 Wochen drin. Drückt mir die Daumen, dass ich hier endlich von dauerhaften Erfolgen über mehrere Wochen berichten kann! Und wieder in meine  schönen 42er-Klamotten aus dem Sommer 2008 passe:-)).